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Abstimmung vom 29.11.09: was soll das? 29. November 2009

Posted by kikrisenf in Uncategorized.
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Nein, ich meine nicht die Minarett-Initiative.
Darüber wird anderorts genug geschrieben.

Ich meine die Kriegsmaterial-Initiative.
In den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts machte sich die GSoA (Gruppe für eine Schweiz ohne Armee) daran, die damals „heilige Kuh“ Armee zu schlachten.
Damals durfte man nichts grundsätzlich schlechtes über das Militär sagen, man galt als Landesverräter.
Die Initiative „Schweiz ohne Armee“ erreichte am 26.11.89 einen Ja-Stimmen-Anteil von 35,6%.
Wohlverstanden, 35,6% Ja für eine „landesverräterische“ Initiative.
Seither darf man in der Schweiz offen über Sinn und Unsinn der Armee diskutieren.
Und jetzt das:
Die, im Vergleich harmlose, „Kriegsmaterial-Initiative“ erreicht nur 31,8% Ja.
Was soll das?
Was ist in den letzten 20 Jahren geschehen?
Hat das Resultat mit „Sicherheit vor Freiheit“ zu tun?

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Kinder müssen geschützt werden 29. November 2009

Posted by kikrisenf in Uncategorized.
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Dem Amtsschimmel scheinen die Ideen, wie unsere Kinder zu schützen sind, nicht auszugehen.
Nachdem die Ausbildungs- und Bewilligungspflicht für die Betreuung von Kindern, selbst für Onkel und Tanten, Schiffbruch erlitten hat, die neuste Idee:
Kinder bis zum Alter von 12 Jahren sollen nur noch in Kindersitzen im Auto sitzen dürfen.

Taxis drohen, keine Kinder mehr zu befördern

So titelte der Tagesanzeiger heute

Die Taxifahrer sind empört: Ab 1. April 2010 müssen alle Kinder bis 12 Jahre mit einem Kindersitz gesichert sein. Nun überlegen sich manche, den Transport von Kindern einzustellen. Das aber widerspricht den Vorschriften.

Wie sollen Taxis diese Vorschrift umsetzten?
Um Familien mit 2 Kindern befördern zu dürfen, müssten sie
– entweder 2 Kindersitze im Kofferraum mitführen. Bleibt da noch Platz für Koffer, Taschen … ?
– Sie müssen vor der Fahrt die Kindersitze in der Taxizentrale abholen. Wie lange sind Familien bereit, auf das Taxi zu warten? Wer bezahlt diese Leerfahrt?

Es ist eigentlich wie gehabt:
Die Behörden wollen die Kinder schützen und vergessen, dass die Bevölkerung nicht aus programmierbaren Robotern, sondern aus Menschen mit Gefühlen, Fantasien und Ideen besteht.
Rein technokratische Lösungen für echte und eingebildete Probleme häufen sich in letzter Zeit.
Seit wir alle vor allem geschützt werden müssen herrscht eine groteske Verbotsmanie.
Besonders beim Kinder- und Jugendschutz scheinen einige die Reaktionen zu unterschätzen. Kinder und Jugendliche werden als unselbständige Wesen hingestellt und dadurch in argster Weise beleidigt.
Wer hat schon erlebt, dass sich Jugendliche an Verbote halten?
Verbote sind eher eine Herausforderung, sie zu umgehen.
So gesehen fördern Verbote die Kreativität von Jugendlichen.
Sehr schön lässt sich das bei den Verkaufsbeschränkungen für Tabak und Alkoholika (inkl. Bier) zeigen:
Diese Güter sollen nur noch für 18-Jährige (und ältere) erhältlich sein, man macht sie also zu Symbolen fürs Erwachsen sein.
Welcher 15-Jährige will sich nicht als Erwachsener fühlen und aufführen?
Eben

In den gleichen Themenkreis gehört die Meldung

Schweizer Fernsehen: «Simpsons» erst ab 12 Jahren

«Grobe Gewaltdarstellungen und Pornografie» zeige die Simpsons-Folge «Am Anfang war die Schreiraupe», meint zumindest eine Zuschauerin – und bekam recht. Deshalb müssen «Simpsons»-Folgen künftig mit einem Warnhinweis versehen werden.

Da meint eine Frau, dass die beliebte Serie „Die Simpsons“ wegen der gezeigten Gewalt nichts für Kinder sei. Jetzt wird vor der Sendung ein Warnhinweis ausgestrahlt.
Kinder können, offensichtlich im Gegensatz zu einigen Erwachsenen und besonders der entsprechenden Mutter, zwischen Satire und Realität unterscheiden.
Da macht die Sendung ja besonders interessant für 10-Jährige.
Was solls: eine überlastete Mutter will einen Teil ihrer Erziehungsaufgaben dem Fernsehen weiterleiten.

Wann beginnen wir wieder, Kinder Ernst zu nehmen und ihnen wieder etwas zuzutrauen?